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	<title>Kontroversen&#187; Zensur</title>
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	<description>Alles Mögliche und der ganze Rest</description>
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		<title>ACTA &#8211; Eine tödliche Bedrohung deiner Rechte</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 21:54:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Angelo Veltens</dc:creator>
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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.laquadrature.net/ACTA"><img class="alignright size-full wp-image-1263" title="Stop ACTA!" src="http://kontroversen.de/wp-content/uploads/actacop-ok_DE.png" alt="" width="950" height="2357" /></a></p>
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		<title>Dezentralisierung als Gegenmaßnahme</title>
		<link>http://kontroversen.de/2011/09/dezentralisierung-als-gegenmasnahme/</link>
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		<pubDate>Wed, 14 Sep 2011 18:52:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Angelo Veltens</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In &#8220;Die Probleme der Zentralisierung&#8221; habe ich geschildert, welche Probleme ich in zentralisierten Infrastrukturen sehe. Ich möchte im Folgenden zeigen, wie Dezentralisierung diesen Problemen entgegenwirkt. Noch einmal zur Klarstellung: Natürlich ist es wichtig, dass Zensur und Massenüberwachung gesetzlich verboten sind, &#8230; <a href="http://kontroversen.de/2011/09/dezentralisierung-als-gegenmasnahme/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In <a href="http://kontroversen.de/2011/08/die-probleme-der-zentralisierung/">&#8220;Die Probleme der Zentralisierung&#8221;</a> habe ich geschildert, welche Probleme ich in zentralisierten Infrastrukturen sehe. Ich möchte im Folgenden zeigen, wie Dezentralisierung diesen Problemen entgegenwirkt.</p>
<p>Noch einmal zur Klarstellung: Natürlich ist es wichtig, dass Zensur und Massenüberwachung gesetzlich verboten sind, aber das allein reicht nicht aus. Überwachung und Zensur müssen bereits durch das Wesen der Infrastruktur so stark wie möglich erschwert werden. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen <em>können sich ändern</em> und in den letzten Jahren geht die Tendenz ganz klar in Richtung mehr Überwachung und Einschränkung von Informationen und Kommunikation. Besonders dann, wenn die politischen Garantien wegfallen, braucht eine Demokratie freie Kommunikation um zu überleben (oder ggf. neu aufzukeimen).</p>
<p>Wir brauchen dezentrale Systeme auf allen Ebenen &#8211; vom physikalischen Netzwerk bis hin zu Diensten im Web &#8211; um die im letzten Artikel beschriebenen Probleme zu vermeiden, oder zumindest abzumildern.</p>
<p>Schauen wir uns die Probleme noch einmal im Einzelnen an, und betrachten, wie dezentrale Systeme diesen entgegenwirken können:</p>
<h2>1) Die Kommunikationsvorgänge sind abhängig von der Infrastruktur des Anbieters</h2>
<p>Dezentrale Systeme besitzen keinen <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Single_Point_of_Failure">&#8220;Single point of failure&#8221;</a>, dessen Ausfall das Gesamtsystem lahmlegen würde. Es gibt keine zentralen Abhängigkeiten. Ein Ausfall von Teilen des Systems kann das Gesamtsystem zwar ggf. beeinträchtigen, jedoch nicht zum Erliegen bringen, da die verbleibende Infrastruktur den Ausfall kompensieren kann. Eine Abschaltung durch Dritte, zum Beispiel den Staat, ist ebenfalls nicht möglich, sofern die Verteilung breit genug ist.</p>
<p><em>Beispiel aus der Praxis: Bei <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Peer2Peer">Peer-to-peer-Netzwerken</a> gibt es keinen zentralen Anbieter, sondern alle Teilnehmer sind zugleich Konsumenten und Anbieter. Fällt ein Teilnehmer aus, verringert das ggf. den Datendurchsatz, aber beeinträchtigt das System ansonsten nicht.</em></p>
<h2>2) Der Anbieter hat Einsicht in alle Kommunikationsvorgänge</h2>
<p>Bei dezentralen Systemen gibt es keinen zentralen Anbieter mehr, der Einsicht in alle Kommunikationsvorgänge hätte. Grundsätzlich bleibt jedoch die Gefahr bestehen, dass die an der Herstellung der Kommunikationsverbindung und Übertragung der Daten beteiligten Teile der Infrastruktur (bzw. deren Besitzer) Daten abgreifen. Der Kommunikationsinhalt kann jedoch durch Verschlüsselung geschützt werden. Die Verbindungsdaten können ggf. verschleiert werden.</p>
<p><em>Beispiel aus der Praxis: Bei <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Internet_Relay_Chat">IRC</a> gibt es keinen zentralen Anbieter, der alle Kommunikation einsehen könnte, jedoch kann jeder Server-Betreiber die Kommunikation auf seinem Server überwachen. Verschlüsselung ist möglich.</em></p>
<h2>3) Der Anbieter bestimmt die Regeln der Kommunikation</h2>
<p>In zentralen Systemen regelt der Anbieter das Zustandekommen der Kommunikation. Einerseits bietet dies das beschriebene Missbrauchspotential, andererseits ermöglicht der Anbieter durch seine Vermittlung aber auch die Kommunikation. Dezentrale Systeme entreißen dem Anbieter zwar die Macht, stellen die Teilnehmer aber gleichzeitig vor das Problem, die Kommunikation selbst aufbauen zu müssen. Eine Kommunikation über dezentrale Systeme ist daher nur möglich, wenn gemeinsame Konventionen und Standards eingehalten werden. Verschiedene dezentrale Systeme mit unterschiedlichen Standards, müssen Schnittstellen schaffen um ihre Teilnehmer miteinander zu verbinden.</p>
<p><em>Beispiel aus der Praxis: Bei Jabber gibt es keinen zentralen Anbieter, der Inhalte filtern oder Kommunikationsverbindungen zwischen einzelnen Teilnehmern unterbinden könnte. Damit die Teilnehmer kommunizieren können, müssen sich jedoch alle an das <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Extensible_Messaging_and_Presence_Protocol">XMPP-Protokoll</a> halten.</em></p>
<h2>4) Der Anbieter kontrolliert die Kommunikation</h2>
<p>Während ein zentraler Anbieter die Möglichkeit hat, Inhalte, Identitäten und ganze Kommunikationsvorgänge nach Belieben zu fälschen, gibt es in dezentralen Systemen niemanden mit solcher Macht. In dezentralen Systemen steigen dafür die Missbrauchsmöglichkeiten jedes einzelnen, da es z.B. keine zentrale Instanz gibt, die Identitäten verifiziert. Abhilfe kann hier jedoch Verschlüsselung und Signierung der Kommunikation auf Basis eines <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Web_of_Trust">Web-of-Trust</a> schaffen.</p>
<p><em>Beispiel aus der Praxis: Verschlüsselung und Signierung mit <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Pretty_Good_Privacy">PGP</a></em></p>
<h2>Fazit</h2>
<p>Dezentrale Systeme sind ein wirksames Mittel gegen Überwachung und Zensur. Die Nachteile zentraler Systeme treten nicht auf, oder werden abgemildert. Gleichzeitig stellt uns die Unabhängigkeit von zentralen Anbietern vor neue Herausforderungen. Wie die Beispiele aus er Praxis zeigen, gibt es aber bereits Lösungen. Wir müssen nur noch gewillt sein, diese zu nutzen und weiterzuentwicklen.</p>
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		</item>
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		<title>Die Probleme der Zentralisierung</title>
		<link>http://kontroversen.de/2011/08/die-probleme-der-zentralisierung-2/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Aug 2011 17:36:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Angelo Veltens</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Welche Probleme und Gefahren bringt die Zentralisierung von Kommunikationsdiensten mit sich, die ich im letzten Blogartikel beanstandet habe? Ich erhebe mit der folgenden Aufstellung keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Im Gegenteil freue ich mich über Ergänzungen in den Kommentaren. Ich möchte &#8230; <a href="http://kontroversen.de/2011/08/die-probleme-der-zentralisierung-2/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Welche Probleme und Gefahren bringt die <a href="/2011/08/die-zentralisierung-unserer-kommunikation/">Zentralisierung von Kommunikationsdiensten</a> mit sich, die ich im letzten Blogartikel beanstandet habe? Ich erhebe mit der folgenden Aufstellung keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Im Gegenteil freue ich mich über Ergänzungen in den Kommentaren. Ich möchte hier möglichst alle potentiellen Gefahren aufführen, unabhängig davon, wie realistisch sie uns derzeit aus politischer Sicht erscheinen mögen. Ich möchte eine Kommunikationsinfrastruktur, die ihrem Wesen nach bereits zensur- und überwachungsresistent ist. Denn gerade in Fällen, in denen der Rechtsstaat mir dies nicht mehr garantiert, bin ich auf eine funktionierende Kommunikationsinfrastruktur angewiesen. Wir müssen die Gefahren von zentralen Diensten also unabhängig von rechtsstaatlichen Garantien beleuchten.</p>
<h2>1) Die Kommunikationsvorgänge sind abhängig von der Infrastruktur des Anbieters</h2>
<p>Zentrale Dienste funktionieren nur, wenn der Anbieter des Dienstes Infrastruktur für diese bereitstellt. Die Kommunikationsvorgänge sind somit abhängig von der Infrastruktur dieses Anbieters. Die Infrastruktur kann gestört werden, oder ganz ausfallen. Ein Anbieter könnte auch insgesamt aufhören zu exisitieren oder sich entscheiden seinen Dienst einzustellen. Dann ist keine Kommunikation zwischen den Nutzern des Dienstes mehr möglich.</p>
<p><em>Beispiel aus der Praxis: Wenn twitter.com ausfällt, ist die Nutzung von Twitter nicht mehr möglich.</em></p>
<h2>2) Der Anbieter hat Einsicht in alle Kommunikationsvorgänge</h2>
<p>Ein zentraler Anbieter kann sowohl die Umstände der Kommunikation als auch deren Inhalt einsehen, speichern und auswerten. Da der Anbieter die Kommunikationsverbindung herstellt, weiß er mindestens, wer, wann mit wem in Kontakt steht. Die Einsicht in die Inhalte könnte man theoretisch durch Verschlüsselung unterbinden. Da der Anbieter jedoch auch die Regeln der Kommunikation bestimmt (siehe Punkt 3), ist es von dessen Willkür abhängig, ob Verschlüsselung möglich ist oder nicht. In der Praxis hat ein zentraler Anbieter daher auch immer Einsicht in die Kommunikationsinhalte, wenn er dies wünscht.</p>
<p><em>Beispiel aus der Praxis: Facebook-Nachrichten landen unverschlüsselt auf deren Servern und können prinzipiell mitgelesen werden (Wird vielleicht sogar gemacht, um passende Werbung einzublenden, weiß ich aber nicht sicher). Ver- und Entschlüsselung müsste außerhalb von Facebook vorgenommen werden, was natürlich kein Mensch macht.</em></p>
<h2>3) Der Anbieter bestimmt die Regeln der Kommunikation</h2>
<p>Bei zentralen Diensten bestimmt der Anbieter die Regeln, unter denen eine Kommunikationsverbindung zustanden kommen kann. Er legt fest, wer mit wem, wann und von wo in Verbindung treten kann. Er bestimmt auch, welche Kommunikationsmittel (Software, Geräte, &#8230;) dazu verwendet werden können. Darüber hinaus bestimmt er auch die Inhalte der Kommunikation. So könnten zum Beispiel Nachrichten die bestimmte Begriffe enthalten blockiert, und Verschlüsselung unterbunden werden.</p>
<p><em>Beispiel aus der Praxis: Die Nutzung von Voice-over-IP wird häufig von Mobilfunkanbietern unterbunden.</em></p>
<h2>4) Der Anbieter kontrolliert die Kommunikation</h2>
<p>Der Anbieter bestimmt jedoch nicht nur die Regeln der Kommunikation, sondern kontrolliert letztendlich den kompletten Kommunikationsvorgang. Er hat die Möglichkeit, Kommunikationsinhalte zu manipulieren, er kann Identitäten und sogar komplette Kommunikationsvorgänge fälschen.</p>
<p><em>Beispiel aus der Praxis: Das mittlerweile 10 Jahre alte, aber top-aktuelle Experiment <a href="http://odem.org/insert_coin/">&#8220;insert_coin&#8221;</a> von Alvar Freude und Dragan Espenschied, bei dem sie über einen zentralen Proxyserver Webseiteninhalte und E-Mail-Kommunikation manipulieren.</em></p>
<h2>Zusammenfassung</h2>
<p>Nachteile und Gefahren zentraler Kommunikationsdienste:</p>
<ol>
<li>Die Kommunikationsvorgänge sind abhängig von der Infrastruktur des Anbieters</li>
<ol>
<li>Technische Abhängigkeit von fremder Infrastruktur (kann ausfallen)</li>
<li>Abschalten der Infrastruktur durch den Staat</li>
<li>Der Anbieter kann insgesamt aufhören zu existieren</li>
</ol>
<li>Der Anbieter hat Einsicht in alle Kommunikationsvorgänge</li>
<ol>
<li>Den Inhalt der Kommunikation</li>
<li>Die Umstände der Kommunikation</li>
</ol>
<li>Der Anbieter bestimmt die Regeln der Kommunikation</li>
<ol>
<li>Der Anbieter regelt das Zustandekommen der Kommunikation</li>
<ol>
<li>Wer mit wem</li>
<li>Wann</li>
<li>Wo</li>
<li>Welches Kommunikationsmittel (z.B. Ausschluss fremder Clients, VoIP über Mobilfunk)</li>
</ol>
<li>Der Anbieter regelt den Inhalt der Kommunikation</li>
<ol>
<li>Filterung</li>
<li>Verbot von Verschlüsselung</li>
</ol>
</ol>
<li>Der Anbieter kontrolliert die gesamte Kommunikation</li>
<ol>
<li>Manipulation des Inhalts</li>
<li>Fälschen von Identitäten</li>
<li>Fälschen von Kommunikationsvorgängen</li>
</ol>
</ol>
<h2>Fazit</h2>
<p>Habe ich noch etwas übersehen? Ich freue mich über Feedback und Ergänzungen in den Kommentaren. Ich denke aber es sind jetzt schon mehr als genug Gründe, warum zentrale Dienste abzulehnen sind und über kurz oder lang dezentralisiert werden müssen. Auch wenn Anbieter heute vorgeben &#8220;nicht böse zu sein&#8221;, kann sich dies jederzeit ändern. Große Macht bring große Verantwortung heißt es &#8211; aber große Macht verleitet auch dazu, sie zu missbrauchen. Ich jedenfalls möchte nicht darauf vertrauen, dass zentrale Anbieter verantwortungsvoll mit ihrer Macht umgehen. Dafür gibt es schon jetzt zu viele Gegenbeispiele.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Zentralisierung unserer Kommunikation</title>
		<link>http://kontroversen.de/2011/08/die-zentralisierung-unserer-kommunikation/</link>
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		<pubDate>Tue, 16 Aug 2011 17:01:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Angelo Veltens</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich besitze unter anderem E-Mail-Adressen bei Web.de und bei meinem Internet-Provider und habe zudem noch einen eigenen Mail-Server laufen. Sicherlich geht es vielen von euch ähnlich. Laut Wikipedia wird E-Mail &#8221; &#8211; noch vor dem Word Wide Web &#8211; als &#8230; <a href="http://kontroversen.de/2011/08/die-zentralisierung-unserer-kommunikation/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich besitze unter anderem E-Mail-Adressen bei Web.de und bei meinem Internet-Provider und habe zudem noch einen eigenen Mail-Server laufen. Sicherlich geht es vielen von euch ähnlich. <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/E-Mail">Laut Wikipedia</a> wird E-Mail &#8221; &#8211; noch vor dem Word Wide Web &#8211; als wichtigster und meistgenutzter Dienst des Internets angesehen&#8221;. E-Mail hat eine großartige Eigenschaft: Es ist egal bei welchem Anbieter ich bin und es ist auch egal welchen Anbieter der Empfänger meiner Mail nutzt. Egal ob großer Internet-Provider oder eigener Server: eine Kommunikation über E-Mail kann unabhängig davon stattfinden.</p>
<p>Welch eine Sensation, wird der ein oder andere sicher nun mit ironischem Unterton bemerken, während ich die scheinbar selbstverständlichen Vorzüge eines der ältesten Dienste des Internets anpreise.</p>
<p>Ich wünschte die Vorzüge währen so selbstverständlich, wie sie uns auf den ersten Blick erscheinen.</p>
<p>Während ich diese Zeilen schreibe, blinkt mein Instant-Messenger auf. Ein Freund von mir hat mich kontaktiert. Ich nutze Pidgin, da dieser Client mehrere IM-Dienste unter einem Dach vereint. Ich kann damit sowohl ICQ, MSN, Yahoo, Jabber und einiges mehr nutzen. Als die ersten sogenannten <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Multi-Protokoll-Client">Multi-Protokoll-Clients</a> auf den Markt kamen, wurde dies als Sensation gefeiert: &#8220;Wow, endlich kann ich mit allen meinen Freunden chatten, egal bei welchem Anbieter sie sind!&#8221;. An dieser Stelle wäre eine ironische Anmerkung dann tatsächlich angebracht, denn eine Sensation ist das nicht. Bestenfalls ein verkrüppelter Workarround für den Protokollsalat beim Instant-Messaging. Denn einen Account bei jedem einzelnen Anbieter benötige ich dazu weiterhin, eine Kommunikation zwischen meinem ICQ-Account und dem Yahoo-Account eines Bekannten bleibt weiterhin unmöglich.</p>
<p>Ich habe das Glück, das viele meiner Bekannten sehr netzaffin sind und <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Extensible_Messaging_and_Presence_Protocol">Jabber</a> nutzen. Auch der besagte Freund kontaktiert mich per Jabber. Seine Jabber-ID ist <a href="https://web.jabber.ccc.de/?page_id=12">beim CCC gehostet</a>, ich nutze meine Web.de-Adresse als Jabber-ID (<a href="http://wiki.ubuntuusers.de/XMPP/Server#web-de">Ja das geht!</a>). Bei Jabber ist es wie bei E-Mail völlig egal, welchen Anbieter ich nutze, oder ob ich einen eigenen Jabber-Server betreibe. Ich kann mit allen anderen Jabber-Nutzern kommunizieren.</p>
<p>Trotzdem hat sich Jabber noch nicht durchgesetzt. Was bei E-Mail niemand akzeptieren würde, ist beim Instant-Messaging gang und gäbe. Man stelle sich vor, ich könnte mit meiner Web.de E-Mail-Addresse nur Web.de-Nutzer erreichen! Bei ICQ und Co. ist genau das traurige Realtiät!</p>
<p>&#8220;Aber wer nutzt denn schon ICQ?&#8221;, höre ich meine netzaffinen Bekannten geringschätzig schwadronieren. Dabei sind sie (und ich) anderswo keinen deut besser. Ich sage nur Facebook und Twitter.</p>
<p>Soziale Netzwerke sind zu Kommunikationszentralen geworden. Viele Jugendliche nutzen nicht einmal mehr E-Mail, sondern schicken sich nur noch Nachrichten über Facebook und Co. Selbst einige meiner Bekannten schicken mir eher eine Direktnachricht auf Twitter, als eine Mail zu schreiben. Wo das Problem ist? Das Problem liegt in der Zentralisierung. Genauer: Das Problem ist, das wir mehr und mehr bereit sind, unsere Kommunikation über zentrale Dienste abzuwickeln. Wir machen unsere Kommunikation somit abhängig von einzelnen, zentralen Anbietern. Dies bringt weitere Probleme und Gefahren mit sich, die tiefer gehen, als dass ich mit ICQ keinen MSN-Nutzer erreichen kann. Ich möchte, dass wir uns dieser Probleme bewusst werden und nach Lösungen suchen.</p>
<p>Mir ist klar, dass das Problembewusstsein bei vielen bereits vorhanden ist und auch schon an Lösungen gearbeitet wird. So gibt es mit <a href="http://status.net/">status.net</a> z.B. bereits eine Plattform für dezentrale Micro-Blogging-Dienste und mit <a href="https://joindiaspora.com/">Diaspora</a> ist eine dezentrale Social-Networking-Plattform in Arbeit. Mir fehlt jedoch eine breite und grundsätzliche öffentliche Außeinandersetzung mit dem Thema. Während Überwachung und Zensur immer wieder auf der netzpolitischen Tagesordnung stehen, scheint mir das damit eng verbundene Thema (De)-Zentralisierung noch etwas vernachlässigt. Überwachung und Zensur wird aber durch zentrale Systeme erst möglich, oder zumindest extrem vereinfacht. Im Umkehrschluss: Die Dezentralisierung unserer Kommunikation hilft bei der Bekämpfung von Überwachung und Zensur.</p>
<p>In einem folgenden Blogpost werde ich näher auf die grundsätzlichen Probleme und Gefahren zentraler Dienste eingehen und mich anschließend den Vorzügen dezentraler Strukturen und dem Weg dorthin widmen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Der JMStV wurde gekippt! Nun droht der JMStV!</title>
		<link>http://kontroversen.de/2010/12/der-jmstv-wurde-gekippt-nun-droht-der-jmstv/</link>
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		<pubDate>Thu, 16 Dec 2010 14:48:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Angelo Veltens</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ja gibt es denn noch Zeichen und Wunder? Wie gestern angekündigt wurde der neue JMStV heute im nordrhein-westfälischen Landtag tatsächlich gekippt! Späte Einsicht bei den etablierten Parteien? Wohl kaum. Vielmehr billiges politisches Geschacher. Ich weiß nicht was die CDU da &#8230; <a href="http://kontroversen.de/2010/12/der-jmstv-wurde-gekippt-nun-droht-der-jmstv/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ja gibt es denn noch Zeichen und Wunder? <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/offiziell-jugendmedienschutzstaatsvertrag-gestoppt-landtag-nrw-wird-jmstv-morgen-ablehnen/">Wie gestern angekündigt</a> wurde der neue JMStV heute im nordrhein-westfälischen Landtag tatsächlich gekippt! Späte Einsicht bei den etablierten Parteien? Wohl kaum. Vielmehr billiges politisches Geschacher.</p>
<p>Ich weiß nicht was die CDU da geritten hat, jedenfalls <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/eil-kurz-vorentscheidung-in-nrw-jetzt-wirklich/">kündigten die schon vorgestern an, den JMStV abzulehnen</a>. Dabei wurde er doch noch unter Rüttgers mit ausgearbeitet. Jedenfalls ist es der CDU damit gelungen, die SPD und die Grünen tierisch dumm dastehen zu lassen. Deren Minderheitsregierung reicht nämlich nicht aus, um den JMStV positiv abzustimmen.</p>
<p>Nun wäre es natürlich äußerst blamabel, wäre der JMStV entgegen der Für-Stimmen von SPD (<a href="http://wir-sind-die-netzpartei.de/">selbsternannte Netzpartei</a>) und Grünen (<a href="http://twitter.com/gruenenrw/status/9305356467445760">sind eigentlich gegen den JMStV</a>) abgelehnt worden. Es wundert mich daher nicht, dass nun auch diese Parteien eingeknickt sind und der JMStV heute fraktionsübergreifend abgelehnt wurde.</p>
<p>Doch der Spaß geht jetzt erst richtig los: Der JMStV ist ja keine neue Erfindung &#8211; <a href="http://rlp.juris.de/rlp/JMDStVG_RP_rahmen.htm">den gibt es bereits</a>! Wir haben davon bisher lediglich kaum etwas mitbekommen, weil ein erhebliches Vollzugsdefizit zu verzeichnen ist. Die Regelungen des aktuellen JMStV sind so dermaßen weltfremd, dass bisher niemand ernsthaft auf die Idee kam, deren Umsetzung großflächig einzufordern. Lediglich <a href="http://blog.jan-filter.de/2010/04/06/die-ard-haelt-mich-fuer-12/">in den Mediatheken von ARD und ZDF</a> stößt man hin und wieder auf die lächerliche Sendezeitenregelung.</p>
<p>Ja, die gibt es bereits derzeit im JMStV und das wurde ja auch immer wieder als Argument der Befürworter eingebracht: &#8220;Sendezeiten gibts doch schon, warum beschwert ihr euch?&#8221; Weil Sendezeiten Unfug sind &#8211; nach wie vor! Man hätte die Novellierung des JMStV z.B. nutzen können um diese Regelung raus zu werfen. Aber nein: es wurde weiterer Unfug hinzugefügt.</p>
<p>Unterdessen tobt es in der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei: Kurt Beck ist außer sich und <a href="http://www.rlp.de/no_cache/aktuelles/presse/einzelansicht/archive/2010/december/article/politische-machtdemonstration-der-cdu-auf-dem-ruecken-von-kindern-und-jugendlichen/">droht nun mit staatlicher Regulierung von oben</a>. Er will offenbar die bisherigen Regelungen des JMStV mit aller Gewalt durchsetzen. Dazu zählen auch Sperrverfügungen! Sperrverfügungen? Ja, Sperrverfügungen! Die KJM kann nach <a href="http://rlp.juris.de/rlp/JMDStVG_RP_Staatsvertrag-P20.htm">§ 20 Abs. 4 JMStV</a> in Verbindung mit <a href="http://www.juraforum.de/gesetze/rstvni/59-rstv-aufsicht">§ 59 Abs. 2 bis 4 des Rundfunkstaatsvertrags</a> gegenüber Inhalts- und Diensteanbietern &#8220;Angebote untersagen und deren Sperrung anordnen&#8221;.</p>
<p>Bisher wurde meines Wissens noch kein Gebrauch von dieser Regelung gemacht, um Webseiten zu sperren, prinzipiell ist es jedoch möglich. Und da König Kurt nun offen damit droht, sollten wir ihm diese Waffe schnellstens aus der Hand nehmen.</p>
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		<title>200 Menschen demonstrierten in Mainz für &#8220;Freiheit statt Angst&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Jun 2009 22:28:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Angelo Veltens</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demonstration]]></category>
		<category><![CDATA[Bericht]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit statt Angst!]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Wetter war miserabel, es hat viel geregnet. Trotzdem haben heute gestern in Mainz rund 200 Menschen gegen Überwachung und Zensur protestiert. Die Kooperation mit der Polizei lief hervorragend, die Demo war friedlich und es gab viele interessante Reden zu &#8230; <a href="http://kontroversen.de/2009/06/200-menschen-demonstrierten-in-mainz-fur-freiheit-statt-angst/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Wetter war miserabel, es hat viel geregnet. Trotzdem haben <span style="text-decoration: line-through;">heute</span> gestern in Mainz rund 200 Menschen gegen Überwachung und Zensur protestiert. Die Kooperation mit der Polizei lief hervorragend, die Demo war friedlich und es gab viele interessante Reden zu hören. Ein ausführlicher Bericht, insbesondere aus meiner Sicht als Versammlungsleiter folgt noch. Ich bin jetzt erstmal froh wenn ich im Bett bin <img src='http://kontroversen.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Jetzt unterzeichnen! Countdown gegen Netzzensur</title>
		<link>http://kontroversen.de/2009/05/jetzt-unterzeichnen-countdown-gegen-netzzensur/</link>
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		<pubDate>Mon, 25 May 2009 19:06:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Angelo Veltens</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zensur]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Internetzensur]]></category>
		<category><![CDATA[Petition]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Petition gegen Internetzensur hat fast 100.000 Mitzeichner! Am Mittwoch wird das Thema im Bundestag behandelt. Wenn wir die magische 100.000er-Marke bis dahin knacken verschafft uns das einen Bonus mediale Aufmerksamkeit. Deshalb ganz wichtig: Werbe mindestens einen weiterern Mitzeichner, bzw. &#8230; <a href="http://kontroversen.de/2009/05/jetzt-unterzeichnen-countdown-gegen-netzzensur/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Petition gegen Internetzensur hat fast 100.000 Mitzeichner! Am Mittwoch wird das Thema im Bundestag behandelt. Wenn wir die magische 100.000er-Marke bis dahin knacken verschafft uns das einen Bonus mediale Aufmerksamkeit. Deshalb ganz wichtig: Werbe mindestens einen weiterern Mitzeichner, bzw. unterzeichne selbst, wenn du das noch nicht getan hast. Einfach auf das Bild klicken:</p>
<p><a href="https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860"><img class="size-full wp-image-507 alignleft" title="Zensur ist keine Lösung" src="http://kontroversen.de/wp-content/uploads/2009/05/zensuristkeineloesung.png" alt="Zensur ist keine Lösung" width="437" height="301" /></a></p>
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		<title>Kandidatenwatch: Untergrabung von Filtersystemen</title>
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		<pubDate>Fri, 01 May 2009 14:48:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Angelo Veltens</dc:creator>
				<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Grund- und Menschenrechte]]></category>
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		<description><![CDATA[Kandidatenwatch.de ist eine Plattform, die es den Wählern und allen Interessierten ermöglicht, vor der Wahl Fragen an die Kandidaten zu richten. Als Listenkandidat der Piratenpartei bin auch ich dabei. Bitte nutzt die Gelegenheit, mir und den anderen Kandidaten der Piratenpartei &#8230; <a href="http://kontroversen.de/2009/05/kandidatenwatch-untergrabung-von-filtersystemen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.kandidatenwatch.de/">Kandidatenwatch.de</a> ist eine Plattform, die es den Wählern und allen Interessierten ermöglicht, vor der Wahl Fragen an die Kandidaten zu richten.</p>
<p>Als Listenkandidat der Piratenpartei bin auch ich dabei. Bitte nutzt die Gelegenheit, <a href="http://www.kandidatenwatch.de/angelo_veltens-602-21521.html">mir</a> und den anderen <a href="http://www.kandidatenwatch.de/index.php?cmd=802&amp;id=0&amp;filter=p_154_f#profile">Kandidaten der Piratenpartei</a> Fragen zu stellen. Es schadet auch nichts den <a href="http://www.kandidatenwatch.de/index.php?cmd=802&amp;id=0&amp;filter=p_17_f#profile">Internetausdruckern</a> die ein oder andere kritische Frage zu Netzpolitik, Datenschutz und Bürgerrechten zu stellen.</p>
<p>Ich werde die mir gestellten Fragen und meine Antworten auch hier veröffentlichen. Die erste gibt es schon, es geht um die Untergrabung von Filtersystemen:</p>
<blockquote><p>Ihr Parteiprogramm, Inhaltsfilterung:<br />
&#8220;Initiativen âEUR&#8221; politischer wie technischer Natur âEUR&#8221; zur Untergrabung von Filtersystemen sind im Rahmen außenpolitischer Möglichkeiten zu unterstützen.&#8221;</p>
<p>Wie gedenken Sie vorgenannte Initiven zu unterstützen, respektive zuerst einmal zu initiieren?<br />
Wo liegt Ihre Akzeptanzschwelle zu &#8220;Initiativen âEUR&#8221; politischer wie technischer Natur&#8221;?</p></blockquote>
<p>Der zitierte Abschnitt aus dem Parteiprogramm bezieht sich auf ausländische Filtersysteme, wie zum Beispiel in China. Es reicht nicht, dass Demokratien lediglich mit dem mahnenden Zeigefinger auf Staaten zeigen, die das Internet filtern und zensieren. Den Menschen die unter der Unterdrückung ihrer Meinungs- und Kommunikationsfreiheit leiden, muss aktiv geholfen werden. Ein freier Informationsaustausch mit Freunden und Bekannten anderer Staaten liegt auch im Interesse der europäischen Bevölkerung. Eine Behinderung dieser Kommunikation dürfen wir nicht akzeptieren. Auf keinen Fall dürfen europäische Unternehmen die Zensurbestrebungen totalitärer Staaten unterstützen!</p>
<p>Unser Parteiprogramm unterscheidet zwischen technischen und politischen Initiativen um die Kommunikationsfreiheit zu gewährleisten. Eine politische Initiative könnte zum Beispiel eine Aufklärungskampagne im Web sein, die den Betroffenen erklärt, wie sie die Filter umgehen können. Oft ist dies nämlich ganz einfach möglich und nach einer kurzen Erklärung auch für Laien durchführbar. Eine solche Initiative kann durch die EU zum einen finanziell unterstützt werden, für wichtiger halte ich aber sogar die ideelle Unterstützung. Denn die Chance ist hoch, dass die Kampagnen ebenso im Filter landen, wie andere unerwünschte Inhalte. Indem die EU eine solche Initiative offiziell unterstützt, erhöht sie den außenpolitischen Druck auf die filternden Staaten. Ich schätze die Hemmschwelle, eine offizielle EU-Seite zu sperren, als deutlich höher ein, als bei einer x-beliebigen Initiativenseite, insbesondere wenn die EU sich international und medienwirksam für diese Initiativen stark macht.</p>
<p>Als technische Initiative kann ich mir beispielsweise die Einrichtung von Proxy-Servern, alternativen DNS-Servern und VPN-Netzwerken oder die Entwicklung von Anonymisierungsdiensten im Rahmen eines Hochschulprojektes vorstellen. An der Universität Toronto zum Beispiel, wurde die Software &#8220;Psiphon&#8221; speziell zur Umgehung von Zensur- und Filtersytemen entwickelt. Es ist wichtig, dass Maßnahmen zur Umgehung von Zensur stetig weiterentwickelt und verbessert werden. Auch diesbezüglich halte ich die finanzielle und ideelle Unterstützung durch die EU und ihre Mitgliedsstaaten für sehr wichtig.</p>
<p>Die Untergrabung von Filtersystemen darf in meinen Augen jedoch keinen Angriff auf die technische Infrastruktur von anderen Staaten bedeuten. Ich halte lediglich reine Umgehungsmaßnahmen für rechtmäßig und unterstützenswert.</p>
<p>Ich hoffe ich konnte Ihre Frage damit zu Ihrer Zufriedenheit beantworten. Zögern Sie nicht, bei Bedarf Rückfragen zu stellen.</p>
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		<title>Über die (Un)wirksamkeit von Netzsperren</title>
		<link>http://kontroversen.de/2009/04/uber-die-unwirksamkeit-von-netzsperren/</link>
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		<pubDate>Fri, 24 Apr 2009 17:19:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Angelo Veltens</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zensur]]></category>
		<category><![CDATA[Argumentation]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirksamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Zensurinfrastruktur]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Argumentation, Netzsperren seien unwirksam, ist nicht zweckmäßig &#8211; darauf hat Netzpolitik mit Bezug auf Fefe aufmerksam gemacht. Ich stimme dem soweit zu, halte es jedoch für sinnvoll zwischen zwei Arten der Unwirksamkeit zu unterscheiden: Der technischen und der logischen &#8230; <a href="http://kontroversen.de/2009/04/uber-die-unwirksamkeit-von-netzsperren/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Argumentation, Netzsperren seien unwirksam, ist nicht zweckmäßig &#8211; darauf hat <a href="http://netzpolitik.org/2009/gesetzentwurf-gedanken-zur-medialen-wahrnehmung/">Netzpolitik</a> mit Bezug auf <a href="http://blog.fefe.de/index.html?ts=b7120857">Fefe</a> aufmerksam gemacht. Ich stimme dem soweit zu, halte es jedoch für sinnvoll zwischen zwei Arten der Unwirksamkeit zu unterscheiden: Der technischen und der logischen Unwirksamkeit.</p>
<h2>Technische Unwirksamkeit</h2>
<p>Ich bezeichne Netzsperren als technisch unwirksam, wenn sie durch einfach technische Maßnahmen zu umgehen sind. Dazu zählen zum Beispiel die vertraglich vereinbarten DNS-Sperren. Das Problem bei der technischen Unwirksamkeit ist, wie Netzpolitik bzw. Fefe richtig feststellt, dass sie nicht als Argumentation gegen Netzsperren taugt, sondern im Gegenteil später als Bumerang auf uns zurückfallen kann. Es ist völlig irrelevant ob die Sperren technisch wirksam sind, darum geht es nicht! Es geht darum, dass eine Zensurinfrastruktur aufgebaut wird und allgemein die Akzeptanz für Netzsperren gefördert wird. Wenn wir jetzt argumentieren, dass die Sperren sowieso umgangen werden können, ist das lediglich ein Argument stärkere Filter einzuführen! Die Sperren sind undemokratisch und schädlich, egal ob sie überwindbar sind oder nicht &#8211; das Argument &#8220;technische Unwirksamkeit&#8221; ist also völlig irrelevant und sollte vermieden werden.</p>
<h2>Logische Unwirksamkeit</h2>
<p>Niemand wird bestreiten, dass es ein vernünftiges Ziel ist, Kindesmissbrauch zu verhindern und Kinderpornografie aus dem Netz zu entfernen. In den Augen der Befürworter wird dieses Ziel durch die Netzsperren erreicht. Das ist und bleibt Unsinn. Völlig unabhängig davon ob die Sperren löchrig oder unüberwindbar sind: Die Kinder werden weiter missbraucht, Kinderpornos werden weiter ausgetauscht (weil dies ohnehin <a href="http://blog.odem.org/2008/12/kein-offener-zugang-zu-kinderpornographie.html">nicht über das offene Web geschieht</a>) und eine millionenschwere Industrie wird auch nicht trocken gelegt, weil die <a href="http://netzpolitik.org/2009/die-dreizehn-luegen-der-zensursula/">Zahlen erfunden sind</a>. Dies bezeichne ich als logische Unwirksamkeit &#8211; die Sperren erfüllen den behaupteten Zweck schlichtweg nicht. Keine Art von Sperre kann dies erreichen &#8211; völlig unabhängig davon, ob sie technisch funktioniert oder nicht.</p>
<h2>Schlussfolgerung</h2>
<p>Aus der logischen Unwirksamkeit folgt nicht, dass die Sperren keine Wirkung haben, sondern nur, dass die Sperren nicht die<em> gewünschte</em> Wirkung haben. Auf die entstehenden &#8220;Fehlwirkungen&#8221; kann und sollte sich unsere Argumentation stützen. Zu den Fehlwirkungen zählen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit (Ergänzungen in den Kommentaren gerne gesehen):</p>
<ul>
<li>Sperrung von legalen Internetseiten (durch menschliche Fehler, Kollateralschäden, Korruption, &#8230;)</li>
<li>Begehrlichkeiten weitere unliebsame Inhalte zu sperren (Gewaltseiten, Glücksspiel, Pirate-Bay, gewöhnliche Pornografie, extremistische politische Seiten, &#8230;)</li>
<li>Pauschale Verdächtigung von Leuten die zufällig auf Sperrseiten stoßen</li>
<li>Die daraus folgende Angst der Surfer vor unbekannten Links</li>
<li>Angst andere Inhalte zu verlinken</li>
</ul>
<p>Diese Fehlwirkungen treten unabhängig davon auf, wie die Sperren konkret umgesetzt werden. Gegen den aktuellen Zensurvertrag und das geplante Gesetz gibt es zahlreiche weitere wichtige Gegenargumente, wie z.B. die fehlende Kontrolle des BKA, die Geheimhaltung der Verträge und der Sperrlisten sowie das Fehlen einer Regelung um Einträge wieder von der Liste zu entfernen. Eine umfangreiche Übersicht über Presseartikel und Blogbeiträge zum Thema gibt es bei <a href="http://www.hugelgupf.de/2009/04/23/linksammlung-kinderpornographie-diskussion-in-deutschland/">hugelgupf</a>.</p>
<p>Zusammengefasst lässt sich sagen: Internetsperren, egal in welcher Ausprägung erfüllen ihren logischen Zweck nicht, sondern haben im Gegenteil schädliche Fehlwirkungen die die Meinungs- und Pressefreiheit gefährden und somit für unsere Demokratie schädlich sind. Ob die Sperren technisch funktionieren ist irrelevant, da sie die schädlichen Wirkungen in jedem Fall entfalten.</p>
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		<title>Irrtum der Woche: DNS-Sperren sind ein erster Schritt</title>
		<link>http://kontroversen.de/2009/04/irrtum-der-woche-dns-sperren-sind-ein-erster-schritt/</link>
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		<pubDate>Sat, 18 Apr 2009 09:46:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Angelo Veltens</dc:creator>
				<category><![CDATA[Irrtum der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>
		<category><![CDATA[Alibimaßnahme]]></category>
		<category><![CDATA[Carechild]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderpornografie]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Mainstream-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Strafverfolgung]]></category>
		<category><![CDATA[Ursula von der Leyen]]></category>
		<category><![CDATA[Zensursula]]></category>
		<category><![CDATA[Zensurvertrag]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin froh, dass sich zu dem gestern unterzeichneten Zensurvertrag immerhin auch einige Mainstream-Medien kritisch äußerten. Leider werden die Sperren von einigen Journalisten immer noch als &#8220;erster Schritt&#8221; gefeiert- quasi als Ergänzung zur Strafverfolgung. Ein fataler Irrtum, denn die Sperren &#8230; <a href="http://kontroversen.de/2009/04/irrtum-der-woche-dns-sperren-sind-ein-erster-schritt/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin froh, dass sich zu dem gestern unterzeichneten Zensurvertrag immerhin auch einige <a href="http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/nm874.html">Mainstream-Medien</a> <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,619509,00.html">kritisch</a> <a href="http://www.zeit.de/online/2009/17/netzsperren-leyen-stoppschild?page=1">äußerten</a>. Leider werden die Sperren von einigen Journalisten immer noch als &#8220;erster Schritt&#8221; gefeiert- quasi als Ergänzung zur Strafverfolgung. Ein fataler Irrtum, denn die Sperren dienen nur als Alibimaßnahme. &#8220;Wir tun ja was&#8221;, heißt es dann und die Sache ist erledigt.</p>
<p>Woher ich diese Gewissheit nehme? Wenn Frau von der Leyen wirklich an der Bekämpfung von Kinderpornografie interessiert wäre, könnte sie schon jetzt <em>wirksam</em> handeln, anstatt ins Leere greifende Filter einzurichten. Das tut sie aber nicht! Wie einfach es ist, komplette Server mit Kinderpornografie vom Netz zu nehmen, hat die Kinderschutzorganisation <a href="http://www.carechild.de/news/politik/internetzensur_carechild_versuch_blamiert_deutsche_politiker_566_120.html">Carechild eindrucksvoll bewiesen</a>. Frau von der Leyen möchte die Server nur verstecken &#8211; nein, nicht mal das &#8211; sie bindet dem Internetnutzer eine Augenbinde um, die man problemlos abnehmen kann! Die Kinder werden weiter misshandelt.</p>
<p>Es ist mir unbegreiflich, wie angesichts effektiver Alternativen überhaupt noch über verfassungsrechtlich höchst kritische und zugleich unwirksame DNS-Sperren diskutiert werden kann. Das stinkt bis zum Himmel nach blinden Wahlkampf-Aktionismus zu Lasten der Kinder.</p>
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